Berichte von 12/2014

Heri ya Krisimasi

24Dez2014

Merry Christmas
Frohe Weihnachten

Ich wünsche euch allen ein wunderschönes und gesegnetes Weihnachtsfest :)!

Auch wenn es dieses Jahr wie ich gehört habe, keine weiße Weihnachten in Deutschland geben wird, hoffe ich, dass ihr alle in einer schönen weihnachtlichen Stimmung seid.

Bei mir wollte das weihnachtliche Gefühl bei den sommerlichen Temperaturen bis jetzt immer noch nicht so wirklich aufkommen. Anstatt weiße Weihnachten werde ich dieses Jahr glaube ich eher verregnete Weihnachten haben, aber immerhin etwas das vom Himmel kommt ;D. Aber hier schätzen es die Tansanier sehr wenn es regnet, weil die Landwirtschaft davon abhängt. Aber zum Glück ist ja der Mittelpunkt des Weihnachtsfestes nicht das Wetter ;)…
Heute Abend um 21 Uhr startet hier dann Weihnachten mit der Weihnachtsmesse. Das richtige Weihnachtsfest findet dann am 25. Dezember statt. Das Auspacken der Geschenke lässt dann noch länger, nämlich bis zum 26. Dezember, dem „Boxing Day“, auf sich warten. Wie ich das bis jetzt so raus gehört habe, spielen hier Geschenke an Weihnachten aber nicht so eine große Rolle. Ein traditionelles Weihnachtessen gibt es hier übrigens nicht. Dafür werden ganz viele verschiedene Sachen gekocht und Gerichte, die man nicht jeden Tag isst.

Jetzt bin ich schon mal gespannt, auf mein erstes Weihnachtsfest auf einem anderen Kontinent.

Weil ich nach Weihnachten dann die Insel Sansibar erkunden werde, wünsche ich euch auch schon einmal einen guten Rutsch ins neue Jahr 2015 :)! Heri ya Mwaka Mpya :)! Mögen euch Gesundheit und Gottes Segen durch das neue Jahr begleiten!

Machts gut, meine Lieben. Ich melde mich dann nächstes Jahr wieder ;D.

Still alive ;D

19Dez2014

Hallo meine Lieben,

nach einer gefühlten Ewigkeit melde ich mich auch mal wieder.

Inzwischen hat sich hier das Leben auf dem Schulgelände ganz schön verändert. Seit eineinhalb Wochen sind hier nämlich Ferien und fast alle Schüler sind abgereist. Zurückgeblieben sind nur noch ungefähr 60. Nachdem man ca. 1000 Schüler auf dem Schulgelände gewohnt ist, kommt einem hier alles - ohne das Gewusel von Schülern - wie ausgestorben vor …

Aber jetzt erst mal zum Anfang :)

In den letzten Schulwochen haben die Schüler hier ihre Examen geschrieben. Anders als in Deutschland finden hier die Examen für alle Schüler in allen Fächern innerhalb einer Zeitspanne von zwei Wochen statt. (Es ist also nicht wie in Deutschland, dass man das Jahr über verteilt die Klausuren in den verschiedenen Fächern schreibt. Dafür gibt es hier aber die so genannten weekly tests, die jede Woche am Montag in einem anderen Fach geschrieben werden.) Für mich hieß es jetzt also das erste Mal ein eigenes Examen zu erstellen. Schon komisch, dass ich innerhalb weniger Monate plötzlich von der Seite der Schüler, die bangen, dass das Examen nicht allzu schwer wird und sich dann während den Examen den Kopf schwitzend zerbrechen, zu der Seite der Lehrer gewechselt habe, die nun „das Schicksal der Schüler in der Hand haben“. Dennoch glaube ich, dass ich an dem Tag an dem die Schüler mein Examen geschrieben haben, mehr aufgeregt war als meine Schüler ;). Während den Examen ist die Zeit für die Lehrer relativ entspannt, weil man nicht unterrichten muss, sondern nur durch die zahllosen Bankreihen der Schüler laufen muss und die Examen beaufsichtigen (was aber nach zweieinhalb Stunden zweimal am Tag auch ziemlich anstrengend werden kann… ;D). Die eigentliche Arbeit der Lehrer beginnt dann, wenn die Arbeit der Schüler aufhört: das Korrigieren… Bei ca. 200 Examen ist das dann auch eine Aufgabe, die einen etwas länger beschäftigt ;). Zum Glück ist es hier aber üblich, dass die Schüler die Lehrer beim Korrigieren unterstützen. Natürlich geht das nicht bei allen Aufgaben, aber ein Teil der Examen besteht zum Beispiel aus einem Lückentext oder Multiple Choice Fragen, bei denen man gut Hilfe bekommen kann. Außerdem sind die Examen anonym, denn jeder Schüler hat seine eigene Nummer, die er auf sein Aufgabenblatt (anstelle von seinem Namen) schreibt. Nachdem die Arbeit einem am Anfang endlos erscheint, und der Berg der zu korrigierenden Examen nicht kleiner zu werden scheint, schafft man es am Ende dann doch :D…

Nach einer großen Weihnachtsfeier am Abend wurden dann die Schüler in die Ferien (und die Lehrer zum Korrigieren) entlassen.

Die wenigen Schüler, die noch hier sind, sind die Schüler, die gesponsert werden - das heißt, dass sie nur einen Teil oder gar keine Hostel- oder Schulgebühren zahlen müssen. Diese Schüler helfen zweimal täglich auf der Farm, die zum Schuleigentum gehört. Bis jetzt bin ich einmal auch mit dabei gewesen. Die meisten Schüler werden dann aber vor Weihnachten oder Neujahr dann auch nach Hause zu ihren Familien gehen.

Ich selbst werde Weihnachten zusammen mit den Schülern verbringen, die hier an der Schule bleiben. Da bin ich mal gespannt, wie Weihnachten in Tansania gefeiert wird… Bis jetzt wollte bei den warmen Temperaturen – und dem einen oder anderen Sonnenbrand – die Weihnachtsstimmung bei mir noch nicht so wirklich aufkommen. Aber was nicht ist, kann ja noch werden ;D

So, jetzt wünsche ich euch allen schöne besinnliche Tage bevor dann das große Fest der Weihnacht vor der Tür steht.