Berichte von 11/2014

Everyday life...

27Nov2014

Wie ich ganz am Anfang versprochen habe, berichte ich euch mal von einem ganz gewöhnlichen Tag an der Don Bosco Schule :).

Mit dem Biepen meines Weckers starte ich in den Tag. Erbarmungslos reist er mich dann um 5.30 aus meinem Schlaf (Im Vergleich zu den Schülern kann ich mich aber nicht beschweren, weil die zu dem Zeitpunkt schon über ihren Morning Studys brüten…) Bis ich mich aber dann endgültig von meinen Träumen verabschiedet habe dauert es dann meistens doch ein bisschen länger ;)… Dann heißt es sich schnell, schnell fertig zu machen und zum Haus der Salesianer zu jumpen. Das ist zum Glück nur eine Minute entfernt, worüber ich in der morgendlichen Eile auch echt froh bin :D… Mit den drei Fathers und dem Brother findet dann um 6.00 das Morgengebet aus einem Gebetsbuch statt. Bis ich das System des Gebetbuchs verstanden habe, hat es aber so seine Zeit gedauert… ;D. Direkt danach findet dann die morgendliche Messe mit den Schülern, also nur mit den Jungs, statt. Die Mädchen haben eine extra Messe, weil sie eine Straße entfernt von der Schule, zusammen mit den Notre-Dame Sisters, wohnen. Morgens ist die Messe dann nur eine halbe Stunde lang (im Gegensatz zu dem zwei bis zweieinhalb stündigen Gottesdienst sonntags…). Bis dahin meldet sich mein leerer Magen dann knurrend zu Wort und ich freu mich dann schon auf das Frühstück ;D. Ich habe für mich eine Leidenschaft für Chapati entdeckt ;) – das ist so eine Art Pfannkuchen, den ich jeden Morgen esse. Nachdem ich das Frühstück hinuntergeschlungen habe, bleibt noch kurz Zeit mein Schulzeug aus meinem Zimmer zu schnappen, bevor dann der Schultag beginnt:

Um 7.40 versammeln sich alle Schüler zur morgendlichen Assembly. Dazu müssen sie sich der Klasse entsprechend in Reihen aufstellen. Während der Assembly wird unter anderem die Flagge von Tansania von den Scout Members (das ist sowas wie Pfadfinder) gehisst, ein Morgengebet und Ermahnungen sich an die Regeln zu halten, gesprochen. Als Klassenlehrer überprüft man nach der Assembly die Anwesenheit der Schüler bevor dann der Unterricht startet. In einer Woche habe ich 22 Unterrichtsstunden von je 40 Minuten, davon sind aber vier Schulstunden Sport. Der Sportunterricht ist leider direkt nach dem Mittagessen, weshalb man nicht nur wegen dem Sport sondern auch wegen der Hitze ins Schwitzen kommt… ;D. Hier haben nur die Pre-Form 1 Schüler Sportunterricht, der aus verschiedenen Mannschaftsportarten (Volleyball, Fußball, Basketball, Handball, Netball und Squareball) besteht, zu denen sich die Schüler selbst aufteilen. Ich selbst spiele immer bei Volleyball mit :). Wenn man gerade keine Unterrichtsstunde hat, verbringt man die Zeit im Lehrerzimmer. Mittags ist dann für 1h15 Mittagspause. Bevor der Unterricht dann wieder bis um 16.00 startet, wird dann noch schnell die Anwesenheit der Schüler durch die Klassenlehrer geprüft. Wenn die Schule dann um vier aus ist, grüßt man sich hier übrigens schon mit „Good evening“ ;D. Nach dem langen Schultag können sich dann die Schüler eine Stunde lang bei den Sport Games auspowern. Soweit es möglich ist versuche ich da auch immer mitzuspielen. Die Schüler sind hier echt richtig gut in den Manschaftssportarten! Danach ist dann Bath-Time, damit dann alle frisch zum Rosenkranz gehen können, der dann wieder nur unter den Jungs (und mit mir als einzige nicht männliche Person ;D) stattfindet. Was hier echt interessant ist und was ich echt gut finde, ist das hier während dem Rosenkranzbeten gelaufen wird. Die Schüler haben danach dann nochmal Studys. Für mich geht es dann um 19.30 zum Abendgebet mit den Salesianern. Abends falle ich dann erschöpft ins Bett und schlummer tief und fest unter meinem Moskitonetz, bis mich dann morgens mein Wecker zu einem neuen Tag an der Don Bosco Schule ruft :).

Habari gani? - Was gibts für Neuigkeiten

05Nov2014

Hallo meine Lieben :)

Wow, die Zeit vergeht hier irgendwie wie im Fluge… Jetzt bin ich schon fast einen Monat in Tansania ;).

Die letzte Woche war ziemlich gefüllt mit „Lehrerverpflichtungen“, weil wir jetzt bald das Ende vom Schuljahr erreichen… Jetzt hieß es Noten für Verhalten, Anstrengungen und Kooperation vergeben. Bei mehreren Sitzungen wurde dann jeder Schüler kurz besprochen - also eigentlich nicht anders wie in Deutschland ;).

Am Samstag kamen dann Schüler, die nächstes Schuljahr mit Pre-Form 1 an der Don Bosco Schule beginnen wollen, zu einem Auswahlverfahren an die Schule. Pre-Form 1 gibt es nicht an jeder Schule. Diese Klasse ist der ersten Klasse der Secondary School an der Don Bosco Schule vorgeschoben, damit die Schüler sich daran gewöhnen können, dass plötzlich alle Fächer auf Englisch unterrichtet werden. In der Grundschule, die übrigens hier acht Jahre lang dauert, wird nämlich auf Kiswahili unterrichtet und Englisch ist „nur“ ein ganz normales Unterrichtsfach. Okay ich merke ich schweife ab ;D – also zurück zu dem Auswahlverfahren. Das bestand aus 3 verschiedenen Examen: Mathe, Sprache (Kiswahili und Englisch) und last but not least Naturwissenschaften. Nachdem die Schüler bis mittags ihre Examen geschrieben hatten, hat die eigentliche Arbeit der Lehrer begonnen: Das Korrigieren. Bei 500 Teilnehmern hat das dann auch entsprechend lange gedauert…

Dann hat es bei mir diese Woche noch eine Veränderung gegeben. Bisher saß ich nämlich nicht mit den anderen Lehrern zusammen im Lehrerzimmer, sondern in einem kleineren. Dort waren wir nur zu dritt – eine Schwester von den Notre-Dame Sisters, ein Bruder von den Salesianern und ich. Die zwei haben aber viel mehr Unterrichtsstunden als ich und deshalb war ich oft alleine in dem kleinen Lehrerzimmer. Jetzt hat sich aber die Möglichkeit ergeben, dass ich in das große Lehrerzimmer zu den anderen Lehrern wechseln konnte – in dem ich mich viel wohler und unter den jüngeren Lehrern nicht mehr einsam fühle. Heute hat sich während ein paar Hohlstunden sogar eine kleine Unterrichtsstunde in Kiswahili für mich ergeben ;). Das Kiswahili-Lernen ist nämlich hier echt wichtig, weil die Lehrer untereinander viel in Kiswahili reden. Allgemein kommt man außerhalb des Schulgeländes mit Englisch nicht weit. Zum Einkaufen sind dann nämlich die Kiswahili Kenntnisse gefragt… Deshalb hoffe ich, dass ich so schnell wie möglich gutes Kiswahili lerne ;):

Seit gestern bin ich etwas sprachlos… Aber nicht wegen der noch geringen Kiswahili-Kenntnisse ;D. Meine Stimme hat sich bloß leider von mir verabschiedet. Nachdem ich heute Morgen fast kein Wort rausgebracht habe, hat sich das im Laufe des Tages zum Glück in ein heiseres Gekrächzte verwandelt ;). Ich hoffe, dass das bald besser wird, weil man ja als Lehrer schon auf seine Stimme angewiesen ist… ;)

Kwaheri :)