50 Wochen

07Okt2015

... das sind

      ... 352 Tage ...
      ... 21120 Stunden ...
      ... 1267200 Sekunden ...

... in Tansania. 50 Wochen, die nun eine Erinnerung sind an meine Zeit in Don Bosco Didia.
Seid ein einhalb Wochen bin ich nämlich nun wieder in Deutschland.

Als ich das letzte Mal die Schüler gesehen habe und den School Compound verlassen habe, konnte ich es gar nicht glauben, wie schnell die Zeit vergangen war und das ich tatsächlich nun ein letztes Mal durch das School Gate gehe...

Doch bevor alle dem fand am Tag zuvor noch eine Verabschiedungsfeier statt. Zusammen mit dem Geburtstag von Father Matthias, dem Schulleiter, wurde meine Farewell mit der Schule gefeiert. Angefangen hat es mit einem Gottesdienst, gefolgt  von Vorführungen von den Schülern - von Songs bis zum Springen durch einen brennenden Reifen war wirklich alles dabei ;D - und geendet hat es mit dem Stillen der inzwischen knurrenden Mägen.

Am Ende habe ich noch eine Dankesrede gehalten in Form eines Gedichtes. Da ich finde, dass es mein Jahr in Don Bosco Didia sehr gut zusammenfasst, werde ich sie in meinem letzten Blogeintrag mit euch teilen - leider ist die Rede auf Englisch, aber ich stehe jederzeit gerne als Übersetzer persönlich zur Verfügung ;):

"Unforuntaltey  I cannot deny
that now it is time to say goodbye.
This one year that I spent
comes now already to an end.

I cannot tell you how much it pains
But it will be the memory that remains.
Although in remembering names my brain is only having RAM
But ROM when it comes to the question how everything began.

When I arrived here one year ago,
I felt immediately at home.
I was blessed with sixty three children of Form IB,
Was teaching computer and at the beginning P.E.
        (P.E. ist der Sportunterricht in den Pre-Form Klassen,
         der aber zugunsten von mehr
        Englischunterricht abegschafft wurde)

Because we were many and we were together
I cannot forget you – not even a single member.

My heart will always beet for you
- my beloved members of the house Meru.
I make sure that I will book a flight
when you will reach t the picnic side.
        (Die zwei Häuser, die am Ende des Jahres die meisten Punkte
         sammeln konnten, dürfen
nämlich zu einem Picknick fahren.
         Obwohl wir Gewinner des ersten Semesters waren, sind

         leider die Chancen für Meru inzwischen nicht mehr ganz so rosig...)

There are a lot of people to who I want to say thank you here,
And I want all of you to cheer.
As it is written in my kitabu
       ("Kitabu" ist Kiswahili und bedeutet auf Deutsch „Buch“)
My fist thanks goes to Father Babu.
       (Rektor der Schule)

You made the best year of my life possible for me
And I think all of the volunteers would be ready to agree.
The way how you are leading the school with success
It is my admiration I have to express.

I learnt a lot from Father Matthias – our Headmaster,
That girls should tirelise the boys to prevent a disaster.
       (Keine Sorge, bitte nicht an den eigenen Englischkenntnissen zweifeln ;).
        Das Word "tirelise" existiert nicht :D. Das war ein Insider ;D)
There would be a lot of things to mention
But because of sleeping-sickness they might not pay attention.
       (Und der nächste Insider ;D)
That is why I want to follow your advice,
It is good if somebody knows how to summarize.

So I want to say “thanks” to you
And continue with Father Francis cause I appreciate him too.
       (Father Francis ist der Dean of Studies.
        Er kommt aus Vietnam und kam ca. einen Monat nach mir nach Didia,)

Father, I really enjoyed your company
Not only in studying Kiswahili – that was a shida kubwa for me
        (“Shida kubwa” ist Kiswahili und heißt "großes Problem"…)
A sign shows sometimes more than 1000 words
So let us clap to appreciate his efforts.

It was paining when Brother Felix left us, puuuuh
But we were gifted with the energy of two.
Although the time was short for us
I would like to say thank you to our two new Brothers.

After finishing all the men of our school
I cannot forget our Sisters – or I would be a fool.
I enjoyed a lot the Decoration Club in which I have been
For this I would like to thank Sister Celine.
All the Sisters of Notre-Dame I will miss your company
Karibu sanan and please come to Germany.
      
(“Karibu sana” ist Kiswahili und heißt "Herzlich Willkommen").

My fellow members of the teaching staff – I will miss you sana.
All the best and enjoy with our new Miss Sarah.
My special greetings to our bussiest woman in our school
- she is sitting in the Secretary on a stool.
Although Madame Secretary has to work a lot
She is always ready for a smile on the spot.

Now we come to our non-teaching Staff
- I will try it in Kiswahili although it is taff:
Nitawakumbuka sana
        (Das bedeutet, dass ich sie sehr vermissen werde)
Na wabeja waba.
        (Das ist nun von dem Tribe Sukuma,
         ihre eigene Sprache heißt Kisukuma und es heißt so viel wie „Danke“).

Before I can say goodbye to you
There are two more things to do.
Firstly I ask you kindly to forgive me
If you say with her behaviour I cannot agree.

Secondly there are three questions which disturbed me a lot
Which I could never answer on the spot.
This was about the three secrets of my life
- one of it is if I am already a wife ;).
The answer for this I will keep
But I tell you the bride-price is not very cheep ;D.

The second secret I promised to share
Is about my age that you can start to compare.
        (Ich habe vor den Schülern nämlich immer mein Alter geheim gehalten,
         damit sie nicht wissen, dass manche von ihnen älter als ich sind…
         Das hat dann mehr oder weniger gut geklappt ;D
         und sie trotzdem nicht von neugierigen Fragen abgehalten weshalb
         ich ihnen versprochen habe am letzen Tag mein Alter zu verraten ;)…)
Some of you told me I should greet you with Shikamoo
        (Das ist eine Begrüßung, die die Jüngeren zu älteren Personen sagen.)
And others that you are my older bro.
I was born in the year 1996 in Germany
So I am nineteen to-be.

As I fulfilled my promise we are approaching to the end of my speech
Although I hope I would never reach
Because I whish I could stay forever
But forgetting you - I could never!
I will miss all of you
As Chapati, Chipsi and Kuku.
       (Das sind tansanische Gerichte auf Kiswahili: Chapati ist vielleicht noch am ehesten mit
       Pfannkuchen zu vergleichen – bloß fester, dann Pommes und zu guter letzt Hänchen ;D).

Asanteni sana!"
       (Vielen Dank)

Asante auch an alle meine fleißigen und treuen Blogleser und an alle die, die während meines Freiwilligendienstes an mich gedacht, für mich gebetet und mich unterstützt haben! Ich weiß das sehr zu schätzen!

Kwaherini.

 

 

Time to say goodbye...

18Sept2015

Oh je jetzt habe ich mich aber schon ganz lange nicht mehr gemeldet
jedoch habe ich seitdem keine Zeit verschwendet.
Heute bin ich in der Laune zum Dichten
Und werde euch zuerst von der Tour nach Mwanza berichten.
Mwanza liegt im Norden an dem See Victoria
Und gehört zu den five citys in Tanzania.

Zusammen mit den Form Threes waren wir dort auf Study Tour um neues zu verstehen,
denn es ging dorthin um sich Betriebe anzusehen.
Angefangen mit einem Betrieb zur Wasseraufbereitung
Ging es dann in die Lüfte mit ganz viel Schwung.
Vom Boden aus gesehen warfen wir einen Blick in den Flughafen rein,
und fragten uns „über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein“.

Das Highlight der ganzen Tour war aber dann,
als es zur Coca Cola Company ging mit dem ganzen Gespann.
Ich habe großen Respekt vor den Maschinen,
die es schaffen 300.000 Kästen mit Soda in `ner Stunde zu bedienen.
Als wäre Weihnachten und Ostern zusammen wurde danach dann Soda „for free“ konsumiert
- denen die 10 Bottels schafften wurde danach bewundernd gratuliert.

Damit die Köpfe vor lauter study nicht anfingen zu rauchen
Ging es dann zum Beach – was viele als Chance zur Abkühlung gebrauchten.
Für manche war das Planschen ein Mittagssport,
für andere ein Relaxen unter Palmen an einem wunderschönen Ort.
Auch unsere Bäuche blieben nicht leer,
ich denke ich bin jetzt 5 kg mehr schwer… ;D

Nach diesen drei Tagen voller Spaß
Ging es dann zurück an der Schule weiter mit Vollgas.
Für die Examen wurde es nämlich schon wieder Zeit
Da waren wir Lehrer dann vom Unterrichten befreit.
Nach dem vielen Laufen beim Beaufsichtigen von Examen,
kamen dann die Ferien und zeigten unseren müden Beinen Erbarmen.

Die freie Zeit war aber nur von kurzer Dauer,
denn 400 Examen lagen uns nun auf der Lauer.
Uns, damit sind Sarah - meine Nachfolgerin - und ich gemeint
- zusammen verbrachten wir hier sechs Wochen lang eine schöne Zeit.
Bevor wir uns aber dieser Tortur weiterhin unterzogen,
machten wir erst einmal um die Examen einen weiten Bogen:

Es ging auf eine zweinächtige Tour,
denn wir begleiteten drei Schüler auf ihrer Spur
Wir wurden als Gäste bewirtet mit ganz viel Soda und Essen
Und wären für die Löwen jetzt wohl ein gefundenes Fressen,
Es war schön die Schüler zu Hause zu besuchen zu gehen

Und somit einen Blick hinter die Kulissen zu sehen

Auch an der Schule war die Freude auch groß,
denn die Schüler zogen mit nun drei Miss’es das große Los.
Jana, meine Vorfreiwillige, kam für eine Woche nach Didia
Da hatten wir drei Mädels viel zum Lachen und Quatschen – wie wahr.

Gestern besuchte ich das erste Mal eine Outstation zur Messe
Danach wird man meist vom Catechist zu seinem Haus eingeladen zum gemeinsamen Esse‘.
Die Outstation befinden sich in den villages um Bugisi und sind dreißig an der Zahl
Weshalb sie nur einmal im Monat empfangen können, das Heilige Abendmahl.

Heute ging es für mein letztes Picknick nach Mwanza
Mit Salesians und Sisters und auch wir zwei volunteers waren da.

Von nun an sind meine Tage gezählt
Und heute in einer Woche heißt es unter meiner tansanischen Handynummer „verwählt“…
Ich bin froh, dass am Montag die Schüler wieder zur Schule zurückkehren
Und sich die Anzahl der Schüler auf dem Gelände wieder vermehren.
Am Mittwoch darf ich die Geburtstagsfeier von Father Headmaster teilen
- ich hoffe ich fange bei meiner Farewell nicht an zu weinen…
Es tut unheimlich weh „goodbye“ zu sagen
Und das Heimweh nach Didia fängt mich jetzt schon an zu plagen.

Aber jeder Abschied ist der Anfang einer Reise
Und so starte ich nun bald mein Studium und werde hoffentlich mehr weise.
Ich bin froh, dass alle meine Aufgaben übernommen werden durch Sarah, meine Nachfolgerin,
und nach unseren sechs gemeinsamen spaßigen Wochen weiß ich sie bekommt das auch ganz toll hin.

Ich freue mich schon euch in Deutschland alle wiederzusehen
Und gemeinsam auf meine wunderschöne Zeit in Tansania zurückzusehen.
Ich möchte noch einmal ganz herzlich „Danke“ sagen,
an alle die mir dieses Jahr ermöglicht haben.

Ein allerletztes Mal Grüße aus Tansania sendet euch eure Sabine,
die hier gerade in der Hitze grillt wie eine Sardine

In vier Tagen einmal um die Welt…

03Sept2015

…und das mit nur 900 km one way. Vor zwei Wochen gings nämlich mit den gesamten Staff members von Don Bosco Didia, in das von manchen hier so genannte, „Klein-Amerika“. Dafür mussten wir dann aber gar nicht Übersee gehen, sondern einfach nur die Boarder nach Kenya crossen um nach NAIROBI zu kommen ;). Was sich aber im Verglich zur Entfernung zur USA kurz anhört, hat sich dann aber doch ganz schön in die Länge gezogen mit einer fünfzehnstündigen Busfahrt…

Und wofür das ganze?
Am 17. August wurde „200 Jahre Don Bosco“ gefeiert. Für diese große Feier, gings dann also für ca 50 Staffmitglieder zum Salesian-Provincial-Sitz von East-Africa. Sechs Schülern mit einer besonders guten schulischen Leistung wurde auch die Chance gegeben in das Nachbarland zu reisen. Sogar eine meiner Schülerinnen aus Form II B war darunter :).

Während zwei Tage alleine für die Hin- und Abreise draufgingen, wurden die anderen beiden Tage voll mit Programm gefüllt - denn es gab viel zu sehen.
Übernachtet und gegessen haben wir in einem der Don Bosco Häuser. Nairobi ist im Gegensatz zu dem inzwischen heißen Didia richtig frisch, sodass man morgens eine Jacke gut gebrauchen konnte. Ich war sehr beeindruckt von Nairobi: von den großen digitalen Anzeigen in der City, hohen Gebäuden, Shoppingcentern und beschäftigten Menschenmassen, die aber im Kontrast zu den direkt daneben angrenzenden kleinen, einfachen und ärmlicheren Häusern standen.

Nun zu dem eigentlichen Grund des Besuches: 200 Jahre Don Bosco. Am Feastday selbst, begann alles mit einer fünfstündigen Messe, die mir aber durch den Gesang und die Lebendigkeit gar nicht so lange vorkam. In die Zeit included waren auch ein paar Aufführungen. Auch unsere Staffmembers haben einen traditional Sukuma Dance vorgeführt – Sukuma ist der Tribe im Norden Tansanias zu dem unter anderem unsere Region Shynyanga gehört. Nachdem die inzwischen knurrenden Mägen nach dem Mittagessen besänftigt waren, gings dann weiter um die verschiedenen Projekte von den Salesianern in Nairobi anzuschauen: eine Primary-School, ein Collage um zum Beispiel Schneidern oder Schreinern zu lernen, eine Universität für die Brothers und ein Projekt für Streetboys, …

Für einen besonderen Nervenkitzel hat ein Besuch in einem Krokodilpark gesorgt, in dem ich das erste Mal in meinem Leben ein kleines Krokodil in den Händen hielt. Von den Kriechtieren gings dann in etwas schwindelerregendere Höhen beim Giraffenfüttern. Die von der ganz harten Sorte, haben sich sogar auf einen Kuss mit einer Giraffe eingelassen.

Wie ihr vielleicht schon seht, waren das ein paar super schöne, erlebnisreiche Tage. Ich habe mich sehr über die Gelegenheit gefreut, in den letzten Wochen vor meiner Abreise noch die Chance gehabt zu haben, in das Nachbarland Kenya hereinschnuppern zu können.

Was müssen das für Bäume sein, wo die großen Elefanten spazieren geh´n – ohne sich zu stoßen…?

11Juli2015

Die Frage dieses Kinderliedes muss ich mir seit kurzer Zeit nicht mehr stellen, weil ich die Antwort dazu mit eigenen Augen sehen durfte ;D. Ich war nämlich sehr glücklich, mit meinen Eltern zusammen in den Ferien die wunderschönen Seiten Tansanias erkunden zu gehen. So ging es für mich das erste Mal in einen Nationalpark – sich die Tiere in freier Wildbahn und ihrer natürlicher Umgebung unter dem offenen Dach des Safariautos anzusehen. Das war wirklich ein ganz besonderes Erlebnis: den Büffel aus nur zwei Metern Entfernung in die Augen zu schauen, den Flusspferden beim Baden zuzusehen, oder Hyänen wie sie sich an ihrem frisch gefangenen Abendessen die Bäuche vollschlagen. Das absolute Highlight-Erlebnis war, als sich zwei Löwen im Schatten des Safariautos vor uns zur Ruhe legten um sich hechelnd vor der Hitze zu schützen. Als der Löwe dann aufstand um sich ein neues Plätzchen im Schatten des nächsten Autos zu suchen, ist mir mein Herz eine Etage tiefer gerutscht, als mich plötzlich nur noch eine paar Zentimeter dicke Scheibe vom vorbeistreichenden Löwen getrennt hat ;D. Doch Tansania besteht nicht nur aus Tieren und Nationalparks ;). Neben der Seite der Natur gings auch ins Gewimmel der Großstadt. Da es schwer fällt alles was man hier erlebt mit bloßen Worten wiederzugeben, hat es mich total gefreut meinen Eltern die Don Bosco Schule zeigen zu können, die für mich zu meiner tansanischen Heimat geworden ist.

Am Donnerstag bin ich nach einer fünfzehnstündigen Busfahrt wieder zu Hause an der Schule angekommen. Durch die immer wieder wechselnde Landschaft draußen und die tansanischen Movies die im Reisebus gezeigt werden, geht es aber dann doch jedes Mal schneller rum als es sich anhört ;). Es war toll zu sehen, wie sich die Schule, durch die ankommenden Schüler, langsam wieder mit mehr Leben füllte.
Am nächsten Tag hieß es für mich dann: Wäsche waschen… Die Klamotten die noch nicht geschafft wurden, dürfen sich dann jetzt am Wochenende über einen Waschgang – wie üblich im Eimer - freuen ;).
Heute Morgen konnte ich dann während der morgendlichen Assembly, beim Singen des Patriotic Songs, wieder den 1000 Schülern ins Gesicht blicken. Besonders habe ich mich auf meine Form II B Klasse nach den eineinhalb Monaten Ferien gefreut. Nachdem die Schule heute am Freitag noch etwas relaxter begonnen hat, heißt es dann am Montag wieder „back to business“, denn as usual so muss auch im zweiten Semester der Lehrplan eingehalten, Heftaufschriebe gemacht und Klausuren geschrieben werden - der Alltag in Don Bosco auf den ich mich schon freue und den ich in den letzten zehn Wochen (ich will gar nicht glauben, dass es nur noch so kurz ist!!!) noch einmal in vollen Zügen genießen werde :)!

Ferien, Ferien, endlich Ferien (Wirlich?!)

11Juni2015

Das ist ein Kinderlied, dass ich zusammen mit meinen Schwestern zum Ferienbeginn gesungen habe (an dieser Stelle einen ganz lieben Gruß an euch ;D). Damals haben wir es voller Enthusiasmus und Vorfreude auf die freie Zeit gesungen… Hier hinterließ das Word Ferien bei mir aber keine himmelhochjauchzende Freude, sondern eher ein flaues Gefühl im Magen als ich am Freitag zugeschaut habe, wie der, noch am Morgen von Schülern wimmelnde, school compound plötzlich immer leerer und leerer wurde… bis man dann auf die geringe Anzahl von 60 Schülern kommt, die ein paar Tage oder sogar die ganzen Ferien in der Schule verbringen um mitzuhelfen. Entweder als volunteer, oder aber als Entgegenleistung weil sie von den Salesianern finanziell in den Schulgebühren unterstützt werden.

Das ungewohnte Bild der leeren Schule musste ich mir aber nicht lange anschauen, denn am selben Tag hieß für die 50 Scout members und mich dann: Auf zum Scout-Camp ;D. Obwohl ich mir direkt nach der langen Nachtwanderung vom ersten Scoutcamp nicht so sicher war, ob ich das noch einmal wiederhohlen will, bin ich dem Scout Motto „be prepared“ dann ein zweites Mal gefolgt ;). Diesmal ging das Scout Camp aber nicht nur eine Nacht(wanderung) lang, sondern drei Nächte. Die ersten zwei Nächte verbrachten wir 10 Minuten Fußmarsch vom school compound entfernt - hier erstreckt sich aber eine so weite Landschaft, dass mir die nahe Entfernung kaum bewusst war;D. Für die letzte Nacht gings dann aber, nachdem alle Scouts auf die Ladefläche vom Truck geladen wurden, für über eine Stunde Fahrt in den richtigen „Forest“. Die Schüler wurden zu Beginn des Camps in vier Gruppen aufgeteilt, die jeweils Pluspunkte während des ganzen Camps sammeln konnten. Das allererste was gemacht wurde, war unser Lagerplatz herzurichten. Jede Gruppe hatte dann die Aufgabe ein Zelt - mit Holzpfählen, Kordel und Plane - aufzubauen. Auch eine Kochecke wurde eingerichtet, in der in großen „Töpfen“ über einer mit Glut gefüllten Kuhle, gekocht wurde. Diesmal wurde mir aber gesagt, dass es ein „Soft-Camp“ sei, weil mehr die Theorie als die physical exercises im Vordergrund standen. So bereitete jede Gruppe einen Vortrag vor, z.B über Erste Hilfe oder die Geschichte von den Scouts. Natürlich durfte aber auch das marschieren und salutieren nicht fehlen. Abends wurde immer ein Lagerfeuer entfacht um das herum gesungen und getanzt wurde. Jede der vier Gruppen bereitete für das Lagerfeuer dann auch immer einen Song und ein kleines Theaterstück vor. Weil das meiste aber im Kiswahili war, hab ich leider nicht allzu viel davon verstanden. Wenn der Mond dann schon längst über uns aufgegangen war, wurde sich dann im Zelt auf einem Tuch als Schlafunterlage zusammengerollt, bis man dann wieder zum Start in den neuen Tag mit für ein kurzes Morgensportprogamm aus dem Tuch gepfiffen wurde ;). Am Ende des Scoutcamps wurden dann die neuen Scoutmembers feierlich aufgenommen und das Versprechen unter den „alten Hasen“ in den Scouts erneuert. Auf dem Rückweg zur Schule hatte unser Truck dann leider eine Panne, sodass wir nach der Hälfte der Strecke dann so langsam vorankamen, dass uns sogar Fahrradfahrer überholt haben… So kehrten wir dann (etwas verspätet) nach einem intensiven und abenteuerlichen Scout Camp mit etwas Müdigkeit im Handgebäck ;) wieder zur Schule zurück.

Mögen die Spiele beginnen… SPORTSWEEK

03Mai2015

Vor zwei Wochen hatten wir hier die olympischen Spiele im Kleinformat an unserer Don Bosco Schule ;). Anstelle von den verschiedenen Ländern sind unsere sechs verschiedenen Häuser in den verschiedensten Disziplinen gegeneinander angetreten. In der Sportsweek fanden dann jeden Nachmittag nach der Schule die competitions statt um die Teilnehmer für den krönenden Abschluss im Finale, dass dann am Samstag stattfand, festzulegen. Bei den Disziplinen war von Radfahren, einem zweistündigen Marathon, verschiedenen Sprints, Weit- und Hochsprung, ..., bis hin zu Schubkarrenrennen alles dabei. Meine favourits unter den competitions war zum einen das slowcyceling, bei dem es darum ging mit dem Fahrrad am langsamsten – ja, genau, ihr habt richtig gelesen ;D – eine bestimmte Strecke zurückzulegen. Und zum anderen so etwas ähnliches wie ein Parcours der aus mehreren Stationen bestand: Angefangen damit eine Flasche mit den Händen mit Wasser zu füllen, diese dann auf dem Kopf zu balancieren und anschließend in einen Sack zu schlüpfen und versuchen darin so schnell wie möglich vorwärts zu kommen um die Wackersteine zu erreichen, die man dann zu einem Wassereimer schleppen muss, um dann mit dem Mund die darin schwimmende Orange zu schnappen, welche man dann mit den Zähnen festhält um damit ins Ziel zu rennen. Und genauso wie man sich nach dem Lesen dieser Beschreibung des Parcours fühlt, müssen sich dann auch wohl die Teilnehmer gefühlt haben: Außer Puste…

Die competitons blieben aber nicht nur im rein sportlichen Bereich, denn es war auch Aufgabe für jedes Haus am Tag vor dem Finale ein eigenes Zelt aus Holzstämmen und Planen zu erbauen und dann dem Thema des Hauses entsprechend zu dekorieren. Ich war froh, dass ich nicht die Entscheidung treffen musste, welches Haus die meisten Punkte für das Zelt bekommt, da jedes auf seine eigene Art und Weise shining war :).

Das eigentliche Event war dann das Finale am Samstag. Eröffnet wurde es zu Beginn mit dem Einmarschieren der einzelnen Häuser und dem Entzünden des („olympischen“) Feuers. Dann hieß es, nach dem Motto „Mögen die Spiele beginnen“, für die ausgewählten Finalisten gegeneinander anzutreten. Ich muss vor den Schülern da echt meinen Hut ziehen, da es mir bei den Geschwindigkeiten, zurückgelegten Distanzen und der Power mancher Schüler echt die Sprache verschlug… Nachdem noch die Punkte für die einzelnen erbauten Zelte an die Häuser vergeben wurden, durfte jedes Haus noch eine Vorführung zeigen, wofür auch noch einmal Punkte vergeben wurden.

Nach diesem sport- und erlebnisreichen Tag bin ich überglücklich sagen zu können: das mein Haus MERU den ersten Platz belegt hat!!!

So weit so gut ;). Bis hoffentlich ganz bald mal wieder...

Hier kommt wie versprochen (ich weiß etwas verspätet – sorry!!!) der Bericht über die Bischofsweihe

03Mai2015

Nach einer langen Zeit ohne Bischof, ist nun eine Entscheidung getroffen worden, sodass vor drei Wochen eine feierliche Messe zur Bischofsweihe für den neuen Bischof Liberatus gefeiert werden konnte.

Da der Bischof aber aus einer anderen Region von Tansania kommt, wurde er erst einmal einen Tag zuvor - bei der Einreise in seine neue Region - Willkommengeheisen, als er die „Grenze“ der Regionen überschritten hatte. Dafür sind am Samstag dann verschiedene Gruppen und andere Interessierte angereist und haben sich am Straßenrand aufgestellt. Auch unsere Schule war mit einigen ausgewählten Schülern vertreten. Das ganze wurde dann zu einem richtigen kleinen Event, weil verschiedene Chöre für Stimmung am Straßenrand gesorgt haben, während wir auf dem Bischof gewartet haben… Die Ankunft des Bischofs war scheinbar wirklich von oben gesegnet, denn wir wurden mit einem so ausgiebigen Regenfall beglückt, dass viele – mich mit eingeschlossen – den Bischof letztendlich gar nicht gesehen haben… Während sich die einen in trockene Plätzchen flüchteten, sind die anderen - dem Wetter zum Trotz - am Straßenrand verharrt um den neuen Bischof mit Gesang und Gejubel willkommen zu heißen.

Am nächsten Tag fand dann die Messe zur Bischofsweihe, in der nächstgrößeren Stadt Shinyanga, statt. Auch hier durften wieder ein Schulbus voller Schülerinnen, plus eine Truckladung Schüler, mit dabei sein ;D. Der Sonntag hat dann seinem Namen alle Ehre gemacht und uns mit Sonnenschein beglückt ;). Da die Messe draußen stattgefunden hat, waren wir wirklich lucky dass die Wetterfee an diesem Tag auf unserer Seite war ;D. Die Messe war ein riesen Event, bei dem unzählige Sisters and Fathers, einige Bischophs and even the President of Tanzania himself anwesend waren. Ich glaube ich war an ein und demselben Tag noch nie mit so vielen VIPs am selben Ort ;D – von sehen kann hier leider nicht die Rede sein ;D, wegen der vielen anderen Gesten, war die Sicht nämlich etwas eingeschränkt :D – aber immerhin hatte ich dann letztendlich doch noch die Chance einen Blick auf den neuen Bischof zu erhaschen, nachdem das einen Tag zu vor ins Wasser gefallen war… (Für die meisten Schüler unserer Schule, die nicht an diesem Tag mit dabei sein konnten, bietet sich nun in zwei Wochen die ultimative Chance den Bischof aus nächster Nähe kennen zu lernen, weil er die Einladung für die Graduationfeier (sowas wie Abiball) unserer Form VI-Schüler angenommen hat). Bei so vielen Gesten war die Bischofsweihe auch ein gutes Training für unsere Beinmuskeln, die sich nach vier Stunden Stehen dann langsam bemerkbar machten…

Nach einem gemeinsamen Vesper mit unseren Schülern, ging es dann nach einem Tag voller Eindrücke glücklich wieder heimwärts ;D.

Heri ya pasaka...

20April2015

… FROHE OSTERN an euch alle :)

Tut mir leid, für die verspäteten Ostergrüße.
Die letzten Tage habe ich mit der wohl allgemein unbeliebtesten Arbeit im Lehrerzimmer beschäftigt: Marking… Aber inzwischen ist es endlich geschafft und die Examen sind wieder an ihre Erzeuger zurückgegangen ;D… Morgen wartet dann aber leider schon der nächste Weeklytest meiner Form 1 Schüler auf mich…

Aber natürlich habe ich in meinen Ferien auch noch andere Sachen – außer marking - erlebt, die etwas mehr enjoyable waren ;D. Nach einem kurzen Trip nach Mwanza zu dem Lake Victoria bin ich dann für Ostern wieder an die Schule zurückgekehrt um mit den 60 verbliebenen Schülern zusammen Ostern zu feiern: Samstagsabend gings zur Osternacht mit atmosphärischem Osterfeuer. Für manche Schüler war diese Nacht ein großer Moment weil sie, unter den über 100 Gemeindemitgliedern waren, die getauft wurden oder zum ersten Mal die heilige Kommunion empfangen haben. Dementsprechend hat die Messe dann auch etwas gedauert :). Nach der langen Fastenzeit habe ich es genossen, endlich wieder während der Messe tanzen und klatschen zu dürfen, dass musste nämlich während der Fastenzeit aus bleiben… Normalerweise singt und tanzt hier nämlich jeden Sonntag ein Chor. Ganz besonders freuen wir uns hier immer auf unseren Schulchor, der jede dritte Woche an der Reihe ist. Jedes Gemeindemitglied kann von seinem Platz aus in die „Tanzschritte“ mit einsteigen ;) - was ich nach eingehender Beobachtung der Füße meiner Schülerinnen dann auch versuche ;D…

Seit zwei Wochen sind die Schüler wieder aus ihren eiwöchigen Ferien zurückgekommen. Seitdem haben wir hier schon zwei große Highlights erlebt:

Die Bischofsweihe des neuen Bischofs unserer Diözese und Sports Week an unserer Schule. Dazu aber später mehr. Ich hoffe ich finde bald Zeit davon zu berichten, jetzt ruft aber der Schlaf nach mir, und ich wird mich jetzt erst mal unter meinem Moskitonetz zusammenkuscheln, damit ich morgen fit für die neuen Korrekturen bin, die auf mich warten :).

Machts gut, meine Lieben.

Back to school...

21März2015

Vor zwei Wochen bin ich vom Zwischenseminar an der Ostküste in Dar es Salaam wieder zurückgekommen. Es war wirklich interessant sich mit den Erfahrungen und Erlebnissen der anderen 27 Freiwilligen auszutauschen. Ich glaube ich habe seit einem halben Jahr nicht mehr so viel Deutsch am Stück geredet ;D. Dementsprechend ist mir die Umstellung auf Deutsch dann am Anfang in den ersten Minuten ein bisschen schwer gefallen :D… Die eigentliche Herausforderung waren aber die abenteuerlichen Temperaturen denen man sich dort stellen musste. Ohne Ventilatoren ist man nämlich fast zerflossen ;D. Da wusste man die Klimaanlage im Seminarraum so richtig zu schätzen…

Nach dem interessanten Seminar war es aber nicht nur wegen dem angenehmeren Klima ein super gutes Gefühl wieder an die Don Bosco Secondary School zurückzukehren. (Gerade scheint es aber die Trockenzeit nicht abwarten zu können anzubrechen und hat uns schon etwas früher überrascht…). Obwohl ich die Projekte der anderen Freiwilligen im Krankenhaus, Primary School oder Kinderheim auch interessant finde, ist mir eines klar geworden: Das für mich persönlich mein richtiger Platz an der Don Bosco Secondary School ist :).

Leider habe ich genau in der Woche vom Seminar lauter schöne Sachen an meiner Schule verpasst: die Einweihung der neuen Klassenzimmer und des neuen Hostels Internatsschülerinnen, cultural competition und das Quiz am women‘s day… Naja, man kann halt nicht alles haben ;).

Jetzt stehen für die Schüler aber die eher weniger erfreulichen Ereignisse an: Mid-Term Examen… Und auch für die Lehrer ist das nicht gerade die prickelnste Zeit, denn wenn die Schüler entspannen können, geht’s dann für die Lehrer los. Dann heißt es: hinsitzen und korrigieren. Bei mir sind das dann ca. 400 Examen… Gerade helfe ich aber noch Madame Secretary die ganzen Examen abzutippen.

Die Zeit vergeht hier echt wie im Fluge: Gerade hat die Woche erst angefangen, schon ist sie wieder vorbei… und in weniger als drei Wochen heißt es für mich dann schon: Halbzeit.

Be prepared...

27Feb2015

… das ist das Motto der Mitglieder von Scouts. Scout wird auch hier an der Don Bosco Schule als einer der Clubs für die Schüler angeboten. Scout – das sind Pfadfinder, bloß, dass das militärische hier noch nach meinem Gefühl mehr mitreinschwingt, denn von marschieren, über (ein paar) Liegestütze, bis hin zu einer Nachtwanderung, ist alles dabei. Warum ich euch das erzähl?! Ich durfte das Motto während einem Scout-Camp, an dem ich letztes Wochenende teilgenommen habe, am eigenen Leib erfahren ;D. Grund für das Scout-Camp war der Geburtstag des britischen Scout-Gründer-Ehepaars (ganz genau: beide am selben Tag ;D). Begonnen hat das Scout Camp am Freitagabend mit einem großen Lagerfeuer um das herum - mit einer bomben Stimmung - getanzt und gesungen wurde. Irgendwie schien mir das ein System zu haben, aber um ehrlich zu sein, fiel es mir, als Neuling, etwas schwer da durchzublicken ;D. War auf jeden fall eine spaßige Erfahrung :). Danach gings zum Camp – das eine Woche vorher schon angefangen wurde vorzubereiten: nur mithilfe aus Holzstämmen und Kordel, wurde ein Wachturm, Zelte, Küche, Drehkreuz als Eingang und Sitzgelegenheiten gezaubert. Während sich einige unter den freien Himmel zum Dösen auf Tüchern ausgebreitet haben, haben sich andere gegen den Schlaf und fürs „making storys“ entschieden. Um zwei Uhr wurden dann plötzlich alle zur Versammlung einberufen und dann gings los: zur Nachtwanderung - ganz nach dem Motto „be prepared“... Mit ein paar Taschenlampen ausgestatten gings dann also los durch die Nacht, immer wieder mit ein paar challenges verbunden, wie zum Beispiel über einen Baum klettern, durch einen niedrigen Tunnel zwängen oder einen Hang hochkrackseln – und dabei nicht den Anschluss verlieren… Am Anfang hatte ich mich auf einen zweistündigen Marsch eingestellt, aber dem Scoutmotto zu Ehren, sind wir dann immer noch – mehr oder weniger wach – auf den Beinen gewesen, als der Himmel schon langsam hell wurde… Irgendwann fande man dann bei den Pausen dann auch den Boden zum Hinlegen ganz bequem… Um sieben Uhr morgens sind wir dann - mit mindestens nur noch der Hälfte der Geschwindigkeit die wir am Anfang drauf hatten :D – im Camp angekommen. Meine ganze Hochachtung gillt den Schülern, die dann noch am selben Tag bis abends marschiert und gerannt sind – während ich mich nur noch dem Kampf mit dem Schlaf stellen konnte ;). Vom Scout-Camp habe ich dann sogar noch zwei Tage später was gehabt – Schlafmangel ;D.

Auf jeden Fall war das Scout-Camp eine sehr spannende und abenteuerliche Erfahrung. Und am Ende war man stolz darauf sich dem Motto „be prepared“ gestellt und durchgehalten zu haben.

„Prepared“ bin ich auch schon für meine nächste Reise, die kurz bevor steht – diesmal aber nicht zu Fuß ;D. In wenigen Stunden heißt es nämlich für vierzehn Stunden in den Bus nach Dar es Salaam – zum Glück - zu SITZEN ;D. Denn jetzt geht’s schon auf zum Zwischenseminar, wo ich dann auf ca. 25 andere deutsche Freiwillige treffen werde. Ich bin schon gespannt auf den Austausch über die Erlebnisse und Erfahrungen der anderen Freiwilligen.

So weit so gut ;).

Ich hoffe, bis ganz bald mal wieder – ich werde mein Bestes versuchen zu geben um euch up-to-date zu halten :)

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